Sensationserfolg der U20 :: Quali zur DM mit nur 8 Spielern

Sensationserfolg der U20 :: Quali zur DM mit nur 8 Spielern

Im Jugendbereich werden immer wieder Märchen geschrieben, die noch lange in Erinnerung bleiben - nicht nur bei den Spielern selbst. Am Wochenende war es wieder soweit. Unsere U20 ist zur Nordwestdeutschen Meisterschaft nach Hameln gefahren. Als Außenseiter, da vorher bei der SuperQuali „nur“ der 4. Platz heraussprang und durch mehrere Ausfälle nur 8 Spieler zur Verfügung standen. Coach Karlo Keller musste am Samstag zudem auf den noch erkrankten Lars Fischer an der Seitenlinie verzichten. Am Ende schaffte die junge Mannschaft (gleich drei Spieler sind erst im ersten Jahr der U18, also grad erst 16) das Unfassbare und sicherte sich das Ticket zur Deutschen Meisterschaft im Mai. Als Sahnehaube gab es den Meistertitel obendrauf.

 

Die Vorzeichen waren alles andere als gut. Als sich unter der Woche noch Lasse Raude krankmelden musste, war klar, dass die Tebus mit nur 8 Spielern inklusive Libero nach Hameln fahren würden.

Doch in der Gruppenphase ging es gegen die SVG Lüneburg direkt gut los. Das Spiel war zwar sehr eng, aber die Youngster aus Laggenbeck setzten sich mit 2:0 (25:22, 25:23) durch. Das zweite Gruppenspiel nutzte Coach Keller dann um personell etwas für Entlastung zu sorgen. „Viel rotieren konnten wir nicht, aber zumindest etwas und wir konnten so dafür sorgen so, dass sich die Jungs auch in anderer Formation etwas einspielen können!“, so Keller. Das 2:0 gegen den TSV Burgdorf war dabei nie in Gefahr. Mit 25:12 und 25:8 war das Spiel in nur 35 Minuten gewonnen.

 

Damit stand der Gruppensieg fest und in der Zwischenrunde (zwei Gruppen mit vier Teams, wovon sich die jeweils ersten zwei für das Halbfinale qualifizieren) ging es noch am Samstag gegen den anderen Gruppensieger des Oldenburger TB. Der OTB wurde im ersten Durchgang seiner Favoritenrolle gerecht und zeigte, warum man schon bei der SuperQuali mit einem guten 3. Platz die direkte Qualifikation zur NWDM erreichte. Mit 25:21 setzte sich die Mannschaft um Joke Johanning gegen die Tebus durch. Doch im zweiten Satz drehten die Tebus dieses Ergebnis um und gewannen ebenfalls mit 25:21. Im Tie-Break machte dann der angesprochene Johanning den Unterschied aus und Oldenburg war mit 15:10 erfolgreich. Somit war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Volleyballer des SV Cheruskia Laggenbeck am Sonntag die verbliebenen zwei Zwischenrundenspiele gegen den TV Baden und TC Hameln gewinnen müssen, damit man sich aus eigener Kraft für das Halbfinale qualifizieren kann.
„Ich habe es zuhause nicht mehr ausgehalten. Der Liveticker hat nicht funktioniert und mir ging es besser. Also bin ich Sonntag auch nach Hameln gefahren. Das Spektakel wollte ich mir nicht entgehen lassen.“, so Lars.
Und die Jungs der U20 enttäuschten ihr Trainerteam und die zahlreichen Fans und Eltern nicht. Im ersten Spiel des Tages am Sonntag machten sie mit einem 2:0 (25:17, 25:20) gegen den TV Baden den ersten wichtigen Schritt.

Da Hameln zuvor gegen Oldenburg nur knapp mit 15:12 im Tie-Break unterlag und beide Sätze zuvor in die Verlängerung gingen, war man gewarnt, dass kein einfaches Spiel folgen würde. Hameln überzeugte im Block und in der Feldabwehr. Doch die Annahme um Henry Bierbaum (erstmals als Libero an diesem Wochenenden dabei), Michael Thye und Robin Schüttemeyer hielt stand und Max Frese verteilte die Bälle geschickt, sodass auch Thomas Klein und Leif Lüdinghaus immer wieder zu guten Punkten im Schnellangriff kamen. 25:19 und 25:19 - das Primärziel „Erreichen des Halbfinals“ war geschafft.

Doch durch den zweiten Platz in der Zwischenrunde sah man sich jetzt dem absoluten Hammerlos entgegen. Die TSV Giesen GRIZZLYS gewannen die SuperQuali ohne Niederlage und auch bei der NWDM alle fünf vorherigen Spiele (ohne auch nur einen Satz abzugeben).

„Wir haben uns Giesen vorher natürlich angeschaut und einen Plan entwickelt, mit dem man ihre besten Angreifer zumindest etwas in den Griff bekommen kann. Wir wussten aber auch, dass es eine krasse Aufgabe wird und alles gut laufen muss.“, berichtet Lars am Montag und auch Karlo ergänzt: „Wenn man selber den Druck nicht enorm hoch hält und Giesen einzelne Bereiche überlässt, dann hat man keine Chance!“.

Es folgte der absolute Fiebertraum. Durch ein gutes Aufschlagspiel und den nötigen Zugriff im Block gelang es schnell eine 10:6-Führung herauszuspielen. Doch Giesen kam nochmals heran und bei 21:20 war der Vorsprung auf einen Punkt zusammengeschmolzen. Es waren dann Leif Lüdinghaus im Aufschlag, Justus Raude und Michael Thye am Netz, die den Unterschied machten. 25:21 und der erste Satz war gewonnen. Die Halle tobte zu diesem Zeitpunkt bereits. Befreundete Teams, Eltern und Fans auf der Tribüne konnten ihren Augen kaum glauben. Doch es folgte die Ernüchterung zu Beginn des zweiten Durchgangs. Giesen spielte druckvoller auf und setzte den Tebus mit sehr starken Aufschlägen zu. Bei 5:10 waren die Favoriten bereits nach einer halben Rotation weit vorne und hielten diesen 5-6 Punkte-Vorsprung über 10:15 und 12:18. Bei 19:22 waren die Laggenbecker etwas besser dran, aber eigentlich bereits geschlagen. Keine Auszeiten oder Wechsel mehr zur Verfügung, waren es die Jungs selber, die sich aus der Misere befreiten und fortan alles richtig machten. Block, Feldverteidigung und Aufschlag: Alles passte. Dennoch Satzball für Giesen. 22:24. Abgewehrt. Robin scheint zu diesem Zeitpunkt überall auf dem Feld zu sein und Henry spielt im roten Trikot so, als ob er sein ganzes Leben nichts anderes gemacht hätte. Leif geht wieder zum Aufschlag. Der Rest läuft wie im Traum. Unter lautstarken Anfeuerungsrufen schlägt Leif erst einen Winner im Aufschlag und danach blockt Justus mit Thomas den gegnerischen Außenangriff vernichtend ins Feld. Eskalationsstufe 1000. Spieler liegen am Boden, sich dann in den Armen, Jubel und Freudensprünge, auch auf der Tribüne bleibt fast kein Auge trocken. Das als unmöglich Erdachte war geschafft. Mit 26:24 schlägt man Giesen 2:0. Die Quali für das Finale und somit das Ticket für die Deutschen Meisterschaften sind erreicht.

Parallel gewinnt Oldenburg gegen Braunschweig und somit sind die Plätze 1 und 2 der SuperQuali nicht im Finale. Generell kann man festhalten, dass die gesamten NWDM mit sehr vielen engen und spannenden Spielen überzeugen konnte.

Im Finale entwickelte sich direkt eine spannende Partie. Obwohl Oldenburg vorerst auf ihren Hauptangreifer Johanning verzichtete, ging es hin und her, bevor sich die Tebus auf ein sehr deutliches 20:13 absetzen konnten. Doch Joris Herrmann bei den Oldenburgern legte eine Fabelserie im Aufschlag hin. 21:22! Der Schluss gehörte dann aber wieder den Tebus und mit 25:23 war der erste Satz gewonnen. Jetzt zeigten sich die ersten Ausfallerscheinungen des Minimalkaders der Laggenbecker. Schmerzen und Erschöpfung nahmen überhand und so ließ auch die Konzentration nach. Oldenburg, ab Satz 2 in gewohnter Besetzung, drehte auf und die Tebus kämpften mit einer annehmbaren Leistung. Folgerichtig ging es mit 15:25 in den Tie-Break. Keller und Fischer stellten um. Justus Raude wechselte von der Diagonalen auf Außen und Felix Steingröver übernahm den Diagonalangriff. Dies zeigte mehr Wirkung und man hielt den Anschluss beim Seitenwechsel (6:8). Doch bei 7:10 setzte sich der OTB weiter ab. Bei 13:14 mussten die Tebus den ersten Matchball abwehren. Robin Schüttemeyer legt im Aufschlag nach und so geht es erneut in eine Sideout-Schlacht mit insgesamt vier Matchbällen für die Tebus. Den letzten dieser verwandelt Robin Schüttemeyer nach einer spektakulären Abwehraktion von Justus Raude und einem über Kopf gebaggerten Zuspiel von Position 1 von Max Frese zum umjubelten 20:18 im Tie-Break. Also spannend können die Jungs.

Unterm Strich bleibt ganz viel Stolz, Freude und die Gewissheit, dass man das Maximum herausgeholt und erreicht hat.

Heute müssen auch ein paar 16jährige Jungs ihre Socken mit etwas schmerzverzerrten Gesichtern anziehen, aber es hat sich gelohnt. Im Mai geht es zu den Deutschen Meisterschaften.

Derweil organisieren wir bereits die Rahmenbedingungen und suchen nach weiterer Verstärkung für unseren DM-Kader. Ideen?

 

Vielen Dank an alle Supporter und das tolle Publikum. Vielen Dank an Hameln für die Ausrichtung. Vielen Dank allen Gegnern für die grandiosen Spiele, die Fairness und die Unterstützung im Halbfinale und Finale. Auch wenn es irgendwie überall zwickt - ein Stück über dem Boden schweben wir heute dennoch in die Woche.

 

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